Tranzit ist eine langfristige Initiative zur Förderung zeitgenössischer Kunstprojekte in Zentraleuropa, die von der Erste Bank-Gruppe getragen wird. Tranzit versteht sich als dynamische, transdisziplinäre Plattform für den Dialog zwischen KünstlerInnen, KuratorInnen, KritikerInnen und anderen KunstexpertInnen sowie deren Publikum. Als solche fördert tranzit lokales Wissen und Kompetenz, unterstützt Personen und initiiert Projekte, die das Potenzial haben, im lokalen und internationalen Kontext nachhaltig zu wirken. Die Projekte, die von tranzit getragen werden, sind prozessorientiert, innovativ und experimentell. Sie sind darauf angelegt, langfristig weitergeführt und weiterentwickelt zu werden. Tranzit ist an partnerschaftlicher Zusammenarbeit interessiert sowie am Aufbau und der gemeinsamen Nutzung von grenz-, generations- und regionenübergreifenden Netzwerken und am Austausch von Wissen und Expertise.
Der Gründungsgedanke zu tranzit entstand 2001, am Ende einer Periode, in der die Auflösung der Konfrontation zwischen Ost und West zu einer großen Anzahl von wechsel-seitigen Projektionen geführt hatte. Die Hoffnung, Europa hätte nach dem Ende des West-Ost-Konflikts in seinen pluralistischen Demokratien endlich das erreicht, worum es jahrhundertelang politisch gerungen hatte, wurde von der Angst vor den Konsequenzen der zunehmenden Internationalisierung von Produktion, von Konsum- und Finanzmärkten, Unternehmen, Kommunikationssystemen und Kulturindustrien überschattet. In Reaktion auf diese Situation und auf die allseits spürbaren Strukturkrisen im kulturellen und gesellschafts-politischen Gefüge Europas wurde 2002 in Tschechien und der Slowakei, 2004 in Österreich und 2005 in Ungarn tranzit gegründet. Tranzit begann also an einem Wendepunkt politischer und gesellschaftlicher Utopien.
Das Netzwerk von tranzit reflektiert diesen Wechsel. Es wurde im festen Glauben daran gegründet, dass es gilt, den Fragen, welche die gegenwärtigen Veränderungen in Gesellschaft und Kunst aufwerfen, mit der Arbeit an Antworten zu begegnen, mit starken und wirkmächtigen Entwürfen. In diesem Sinn ist tranzit ein Arbeitsraum zur Artikulation weit blickender Zukunftsperspektiven und reagiert auf das vielerorts geäußerte Bedürfnis nach einer neuen Produktionsstruktur für Kultur und Zusammenarbeit in Zentraleuropa.